Undercover arbeiten und damit Preise gewinnen

Gepostet von am 5 Jul 2017

Undercover arbeiten und damit Preise gewinnen

Aus der Reihe: Wie man Ideen umsetzt

 

Undercover arbeiten und damit Preise gewinnen

 

 

 

Es war im Sommer 2015. Endlich hatte ich Zeit, den Newsletter vom Institute for Competitive Recruiting (ICR) zu lesen. Dieses Mal wurde die Bewerbungsfrist für den Candidate Experience Award EMEA (kurz CandE) angekündigt. Bewerben konnten sich Unternehmen, die wissen wollten, wie gut sie mit ihren Bewerbern umgehen – aus deren Sicht natürlich. Und sie hatten die Chance, einen Preis zu gewinnen. Der Award wurde zum ersten Mal überhaupt in Deutschland vergeben.

 

Ich fackelte nicht lange und meldete das Unternehmen, für das ich als Human Resources Manager tätig war, an. Das Feedback der Bewerber zu bekommen fand ich in jedem Fall hilfreich – von einer Auszeichnung wagte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu träumen.

 

Ohne Fleiß kein Preis

 

Mit der Anmeldung ging die Arbeit los. Ich musste:

  • Eine ausführliche Umfrage zur gesamten Candidate Experience beantworten aus der Sicht des Unternehmens.
  • Ausreichend viele Bewerber der letzten 12 Monate selektieren.
  • Die Bewerber mehrfach schriftlich darum bitten, die Erfahrungen mit ihrer Bewerbung bei uns in einer separaten Online-Umfrage zu schildern.
  • Darauf hoffen, dass von allen Antworten mindestens die Hälfte von Bewerbern kam, die eine Absage erhalten haben.
  • Warten, warten, warten.

 

All das ließ sich, dank Sommerloch und trotz meines Teilzeitjobs, einigermaßen in der vorgegebenen Zeit schaffen – ohne Unterstützung. Ich hatte meinen Kollegen samt Chefin erzählt, dass ich das machte, aber die Erwartungen recht tief aufgehängt.

 

Der Moment der Wahrheit

 

Irgendwann im November bekam ich von Wolfgang Brickwedde, dem Leiter des ICR und deutschen Koordinator des Candidate Experience Awards, eine XING-Nachricht, die ungefähr so lautete:

 

„Sie scheinen sehr viel sehr richtig zu machen, denn die Macher des Candidate Experience Awards EMEA möchten Ihnen am 2. Dezember gerne einen Preis überreichen. Kommen Sie dafür nach London?

 

Wow! Mein Herz klopfte so laut, dass es bestimmt im ganzen Haus zu hören war. Ich war außer mir vor Freude, denn damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Es war klar, dass ich meine zwei Kolleginnen mitnehmen wollte nach London. Schließlich trugen sie auch viel dazu bei, dass sich Bewerber bei uns so gut aufgehoben fühlten. Was nicht klar war: wie wir das der Geschäftsführung erklärten, denn sie wussten ja von alledem noch nichts.

 

Wir schmiedeten einen Plan und baten einen der Geschäftsführer in unser Büro. Sehr geheimnisvoll eröffnete ich ihm, dass es eine Neuigkeit gibt, die er wissen muss. Ich erklärte ihm die Sachlage und betonte, dass wir sehr gerne den Preis persönlich in London abholen wollten. Er stimmte nach ein bisschen Hin und Her zu und versprach, niemandem etwas davon zu erzählen. Wir wollten den Preis bei der Weihnachtsfeier allen präsentieren – als Überraschung.

 

Halten alle dicht?

 

Für die Planung der Reise brauchten wir die Hilfe einer Kollegin – doch auch das ging, ohne Details zu verraten. Wir schworen sie darauf ein, niemandem zu sagen, wo wir waren. Das klappte!

 

In London fand die Verleihung in einer hippen Location statt. Nach einem Symposium mit interessanten Vorträgen im TED-Stil und zwei Gesprächsrunden (ich nahm an einer davon teil), wurden die Preise feierlich verliehen. Von den über 100 Teilnehmern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH), konnten 15 sich über einen Award freuen. Davon waren 8 nach London gereist. Und wir waren dabei!

 

Preise gewinnen

 

Die Enthüllung

 

Bei der Weihnachtsfeier kurz darauf in München kam dann der große Augenblick. Der Geschäftsführer kündigte mich an und ich enthüllte den Preis!

 

Preise gewinnen

 

Was ich gelernt habe

 

Dieses ist ein kleines und feines Beispiel dafür, dass man Dinge im Job einfach machen kann. Man muss nicht um Erlaubnis bitten. Solange du die Kapazitäten hast, etwas durchzuziehen, das dir wichtig ist, kannst du es auch tun. Bleib am besten zunächst undercover und behalte dein Vorhaben für dich.

 

Wenn es schief geht: weiß ja keiner! Und wenn es gut geht: Schampus!

 

Deine Kommplizin Gaby Feile

 

Über die Kommplizin:

Gaby Feile langweilt sich schnell und macht deshalb gerne neue Dinge. Nicht immer klappt alles auf Anhieb, aber immer lernt sie was dazu. Mit den richtigen Verbündeten macht sie es übrigens noch lieber.

Mehr über Gaby Feile

 

Fotos: The Talent Board, Gaby Feile

 

Kommplizen-Box für dich

 

 

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