Führen ist einfach, wenn alle infiziert sind

Gepostet von am 18 Okt 2017

Führen ist einfach, wenn alle infiziert sind

 

 

And the Oscar goes to…

Die beste Weihnachtsfeier meines Lebens

 

 

 

Die Hotellerie ist dafür bekannt, dass man viel arbeitet. Aber: man feiert auch viel und gerne. Die (Weihnachts-)Feiern, die ich in meiner Zeit in Hotels erlebt habe, suchen ihresgleichen. Essen, Programm, Stimmung: alles bombastisch!

 

Die beste Weihnachtsfeier meines Lebens war eine, die ich mitorganisiert habe. Meine Kollegin und ich hatten gemeinsam die Idee, eine Oscar-Party auf die Beine zu stellen. Das passte besonders gut, weil die MitarbeiterInnen sich während des Jahres Oscar-Karten überreichen konnten. Und zwar an KollegInnen, die etwas besonders gut gemacht haben. Die Karten waren wie eine Oscar-Statue geformt. Am Ende des Jahres wurden die Karten gezählt und diejenigen mit den meisten Karten wurden besonders ausgezeichnet.

 

Und wir nahmen uns vor, das in jenem Jahr genauso glamourös zu machen wie in Hollywood. Den Direktor zu überzeugen, war nicht so schwierig, weil er selbst natürlich derjenige war, der die Oscars überreichen würde – samt Laudatio. Und so was machte er gerne. Ein Hollywood-Budget bekamen wir hingegen nicht, das hielt uns aber nicht davon ab, wie in Hollywood zu denken.

 

Wir feierten erstmalig in einem anderen Hotel, sodass nicht wie sonst die KollegInnen kochen und servieren mussten, sondern mitfeiern durften. Ein roter Teppich samt Reporter musste her, das war klar. Die passende Musik war ebenfalls wichtig und natürlich musste die Show voller Höhepunkte sein. Die Kleiderordnung war demnach: festlich!

 

Fuehren ist einfach - Einladung

 

 

Wie wir vorgingen

 

Wir informierten alle KollegInnen auf diversen Wegen und fragten viele von ihnen direkt, ob sie mitorganisieren wollten. Es gab kaum jemanden, der absagte. Tatsächlich stießen im Laufe der Zeit immer mehr Leute hinzu. Sie alle waren infiziert von der Aussicht, bei etwas Einmaligem mitzumachen.

 

Somit war es leicht, die Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu verteilen. Es gab Freiwillige für die Einladungskarten, für die Deko, für die Kamera, die Interviews, die Technik, den Ablaufplan, die Programmpunkte und für die Kontaktherstellung.

 

Im Laufe des Projekts fanden sich viele Dinge wie von selbst ein: jemand frage bei einem Elektronik-Markt, ob wir die Oscar-Statuen für den Eingang leihen können (ja, das ging), eine andere kannte einen klasse DJ, ein Fotograf war schnell dabei, die Technikfirma, die für uns arbeitete, stellte zwei coole Techniker und sponserte uns Sky Roses, die den Münchner Himmel beleuchteten, der rote Teppich wurde zu Sonderkonditionen geliefert (kann man ja immer brauchen), das Hotel, in dem wir feierten, war sehr flexibel und es bildete sich ein wunderbares Programm heraus.

 

Das Drehbuch

 

Je näher der Termin rückte, desto mehr Zeit verbrachten meine Kollegin und ich mit den Details. Nicht nur wollten wir den Abend im Duo moderieren, wir probten auch eine Gesangseinlage, wie es sich für eine Oscar-Nacht gehört. Wir feilten am Ablaufplan, sorgten dafür, dass alle Nominierten eine Rede vorbereiteten, suchten für jeden die passende Auftrittsmusik, nahmen mit dem Direktor zusammen Einspieler auf, koordinierten alle Beteiligten, besorgten einen tollen Gewinn für ein Spiel, waren streng mit denen, die nicht pünktlich lieferten oder kamen und hielten die anderen bei der Stange.

 

Am Tag der Feier waren wir früh vor Ort, spielten das Ganze durch, halfen mit bei der Deko und standen schließlich pünktlich bereit, um zu Robbie Williams’ „Let me entertain you“ den Saal zu betreten. Wir sangen – zweistimmig – auf die Melodie von „Something Stupid“ ein von uns getextetes Lied („Einen Oscar“) und dann ging die Show los.

 

Fuehren ist einfach - einen Oscar

 

Wie im Film

 

Der Abend verlief fast ganz genau nach Drehbuch. Das Essen war heiß und schmeckte vorzüglich. Der Zeitplan passte. Die Ehrungen der Jubilare waren der erste Höhepunkt inklusive Auszeichnung für das Lebenswerk unseres Sales Directors samt stehender Ovationen. Dann gab’s nach und nach die Oscars, drei an der Zahl. Die Nominierten wurden vorgestellt und der Direktor öffnete den Umschlag um zu verkünden: The Oscar goes to…!

 

Die Gewinner kamen auf dem roten Teppich zur Bühne – die passende Musik kam auf den Punkt, die Reden waren bestens vorbereitet und der Applaus war tosend. Alle gönnten es den Gewinnern.

 

Weiterer Programmpunkt war eine ganz andere Weihnachtsgeschichte, die das Publikum aktiv mit einbezog und an deren Ende einer einen Aufenthalt im neuesten Hotel unserer Gruppe gewann. Das absolute Highlight war schließlich der Auftritt der City Centre Company: im Tutu tanzten unsere männlichen Kollegen zu Schwanensee – inklusive Einzug zu AC/DC und Hebefigur.

 

Die Nachwirkungen

 

Dank Kameras konnten wir als Beteiligte ein paar Tage später genau betrachten, was wir auf die Beine gestellt hatten. Das war ein genialer Abend, der noch lange nachwirkte. Auch, weil wir im Januar ein hochglänzendes Magazin herausbrachten mit den schönsten Fotos.

 

Fuehren ist einfach - Gala

 

Wenn ich heute, nach mehr als 10 Jahren noch hin und wieder KollegInnen von damals treffe, kann ich sicher sein, dass bald der Satz folgt: The Oscar goes to…!

Und ich kriege jedes Mal Gänsehaut.

 

Deine in Erinnerungen schwelgende Kommplizin Gaby Feile

 

PS: Wenn Menschen spüren, dass sie bei etwas Großem dabei sind, sind sie durch und durch motiviert und laufen zu Höchstleistungen auf. So kommt immer etwas Großartiges heraus. Führen ist einfach.

 

Über die Kommplizin:

Gaby Feile hat das Talent und die Energie, Menschen mitzuziehen. Und setzt beides mehr und mehr ein. Zum Beispiel im Klub der Kommplizen.

Mehr über Gaby Feile

 

 

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